One Step Closer rocken das Capitol
Ein Tanz zwischen Euphorie und Melancholie
12.09.2025 [sh] Manchmal braucht es keine Zeitmaschine, um sich in die frühen 2000er zurückkatapultieren zu lassen, ein Abend mit „One Step Closer“ genügt vollkommen. Im Capitol Hannover wurde nicht einfach nur Musik gespielt, sondern ein kollektives Erinnerungsritual zelebriert. Die Linkin Park Tribute-Band schaffte es, mit einer Mischung aus musikalischer Präzision, emotionaler Wucht und einem charmanten Augenzwinkern den Spirit von Chester Bennington und Co. wieder aufleben zu lassen. Und ja, auch die schwarzen Eyeliner und die Baggy Pants fühlten sich für einen Moment wieder ganz richtig an.
Schon beim Betreten des Capitols lag pure Vorfreude in der Luft. Die ersten Takte von „Papercut“ ließen die Menge kollektiv die Smartphones senken (ein Wunder!) und sich stattdessen in die Musik fallen. One Step Closer verstanden es meisterhaft, nicht nur die Songs zu spielen, sondern sie zu leben. Jeder Gitarrenriff war ein kleiner Stich ins Herz der Nostalgie, jeder Schrei ein Echo aus der Jugend.
Frontmann Lukas schrie, sang und flüsterte sich durch die Setlist, als hinge sein Leben davon ab. Und vielleicht tat es das auch ein bisschen. Denn wer einmal „Numb“ mit hundert anderen Seelen im Chor gesungen hat, weiß: Das ist kein Konzert, das ist Gruppentherapie mit Bassverstärkung. Ein besonderes Highlight war Neuzugang Sängerin Eva. Mit ihrer Stimme und starken Bühnenpräsenz brachte sie frische Dynamik ins Line-up, ergänzte die rauen Vocals der Frontmänner perfekt und verlieh den Songs eine neue Tiefe.
Die Setlist war ein Best-of der Linkin-Park-Geschichte: „Castle of Glass“, „What I’ve Done“, „In the End“, alles dabei, was das Herz begehrt und der innere Teenager verlangt. Besonders bei „Breaking the Habit“ wurde das Capitol zum Hexenkessel, dass selbst die Wände vibrierten.
Was diesen Abend so besonders machte, war nicht nur die musikalische Qualität, sondern die spürbare Liebe zum Original. Kein billiges Imitat, sondern eine ehrliche Hommage. Die Band nahm sich selbst nicht zu ernst, die Musik dafür umso mehr. Zwischen den Songs gab es kleine Anekdoten, liebevolle Erinnerungen an Chester Bennington und sogar einen Moment der Stille – der lauteste Moment des Abends.
Und das Publikum? Ein bunter Mix aus Altrockern, Emo-Rückkehrern und neugierigen Neulingen. Alle vereint im Takt, im Text und im Gefühl. Es wurde getanzt, geweint, gelacht. Wer behauptet, Rock sei tot, hat diesen Abend definitiv verpasst.
Kurz vor der Zugabe meldete sich die Band noch einmal zu Wort. Mit einem herzlichen Dank an die Hannoveraner verkündeten sie, dass sie im Januar 2027 wieder zu Gast in der Stadt sein werden. Die lange Wartezeit könne man ja verkürzen, etwa durch einen Besuch bei One Step Closer in anderen Städten oder direkt in Bayern. Dort gebe es ja schließlich Berge (verhaltenes Kopfschütteln im Publikum), Weißwürste (noch mehr skeptische Gesichter) und Bier, woraufhin ein kollektives, lautes Gröhlen durch das Capitol hallte.
Aber neben der Zugabe fehlte noch etwas: Markos Lieblingslied. Und so stimmten sie „I Want It That Way“ von den Backstreet Boys an, ein augenzwinkernder Bruch mit dem Genre, aber ein umso größerer Gänsehautmoment, denn das gesamte Capitol sang mit.
„One Step Closer“ gaben nicht nur ein Konzert, sondern ermöglichten eine Zeitreise. Mit Herz, Humor und einer gehörigen Portion Gitarrenliebe wurde das Capitol zum Epizentrum der Linkin-Park-Nostalgie. Ein musikalischer Gruppenkuschelabend mit Moshpit-Einlage und der Beweis, dass manche Songs einfach nie alt werden.
![[a]live: promotion](http://www.alive-erfurt.de/uploads/2009/10/banner03.png)
![[a]live: promotion@twitter](http://www.alive-erfurt.de/uploads/2009/10/twitter-logo.png)
![[a]live: promotion@myspace](http://www.alive-erfurt.de/uploads/2009/10/myspace-logo.png)
![[a]live: promotion@facebook](http://www.alive-erfurt.de/uploads/2009/10/FaceBook-Logo.png)