[a]live: promotion » » Fliegende Schuhe, Kellnerinnen und Ingo Knollmann

Fliegende Schuhe, Kellnerinnen und Ingo Knollmann

Die Donots live in Würzburg

26.10.2012[me] Wer die Donots schon einmal live erlebt hat, weiß, dass sie nicht nur im Studio einen verdammt guten Job machen. Ich hatte am Freitag die Gelegenheit mich selbst davon überzeugen zu lassen. Auf ihrer „Wake The Dogs“-Tour 2012, quer durch die Republik, legten sie auch in der Würzburger Posthalle einen Zwischenstopp ein. Mit im Gepäck die schwedische Melodic-Punkrock Band „Atlas Losing Grip“, die den Abend eröffnete. Die Skandinavier sind sofort von 0 auf 100, die Zeit läuft und die Jungs spielen so viele Songs wie eben in ein 45 Minuten-Set rein passen. Im mittleren Teil der Posthalle schienen viele Fans der Band zu sein, dementsprechend gut war die Stimmung schon während des ersten Titels. Der Funke sprang recht schnell auf die umliegenden Gäste über und so verging die dreiviertel Stunde recht kurzweilig. Während Sänger Rodrigo Alfaro sich die Seele aus dem Leib brüllte und seine Kollegen die Instrumente bearbeiteten, wurde nicht nur musikalisch einiges geboten, auch optisch lieferten die fünf eine solide Show. Dieser Einsatz wurde auch von den Zuhörern gewürdigt. So gab es viel mehr als nur den Höflichkeitsapplaus am Ende des Auftritts. Es erklangen sogar „One more Song“-Rufe – das ließ sich die Band natürlich nicht zweimal sagen und so spielten sie noch ein letztes Lied bis sie dann die Bühne für die Donots räumten.

Das Intro erklang, im Hintergrund war das Cover der aktuellen „Wake The Dogs“ Platte zu sehen und dann legten die fünf Musiker aus Ibbenbüren auch gleich richtig los. Schon beim ersten Song „Calling“ blickte ich in viele feierwütige Gesichter im Publikum. Band und Fans waren  bester Laune und das würde uns einen doch eher ungewöhnlichen Konzertabend bescheren. Ingo Knollmann gestaltete seine Ansagen und Kommentare ziemlich ausschweifend. Zwei Themen auf die er an diesem Abend immer wieder zu sprechen kommen würde, waren erstens eine bildhübsche Würzburger Café-Bedienung und zweitens die Physiotherapeutin, die ihn für den Auftritt wieder zusammengetaped hatte. Die beiden schienen ordentlich Eindruck gemacht zu haben und die Tape-Spezialistin wurde dann im Laufe des Konzerts auch noch im Publikum gesichtet. Einige mochten diese Ausführungen als zu umfangreich empfunden haben und wollten lieber mehr Musik  von den Jungs hören, mir gefallen diese kleinen Anekdoten. Aber auch musikalisch musste sich hier niemand verstecken, es gab viele Titel der aktuellen CD, allerdings auch zwischendurch die bekannten Lieder älterer Alben. Es flog ein Schuh auf die Bühne – danach ging alles ganz schnell, alle zogen auf Anweisung von Gitarrist Alex einen Schuh aus und hielten ihn in die Luft. Was für ein Anblick, zig Schuhe die sich im Takt des aktuellen Lieds bewegten. Aber es kam noch mehr an diesem Abend: in Würzburg ist es fast schon Tradition, sich auf den Boden der Posthalle zu setzen und wie wild anzufangen zu rudern – Ingo war erst einmal sprachlos, stimmte dann aber zu einem Rammstein-Cover an, damit die Galeere gerudert wurde. Dazwischen dann wieder gewohnte Titel, diverse Unterwäsche landete auf der Bühne – ziemlich frische sogar, wie am Duft erkannt wird. Im weiteren Verlauf der Show kommt dann noch Alex aus dem Publikum auf die Bühne, deren Mutter dann bei einem öffentlichen Telefonanruf vom Frontmann zugequatscht wird, beziehungsweise deren Mailbox, denn Andrea ist leider nicht rangegangen. Bei „The Years Gone By“ kommt dann Lagerfeuerromantik auf als, alle auf dem Boden sitzen und Ingo & Guido im Publikum spielen. Ein würdiger Abschluss für diesen wunderbaren Abend wurde dann mit „So Long“ gefunden. Da die Donots versprochen haben wieder zu kommen, wenn auch wir wieder kommen, wird das wohl nur das erste und nicht das letzte Donots Konzert gewesen sein welches ich besucht habe. Live sind die Jungs echt der Wahnsinn.

Setlist:

Calling
Pick Up The Pieces
You Got It
Wake The Dogs
Oh Yeah Oh Yeah
Come Away With Me
Room With A View
Duck And Cover
All You Ever Wanted
To Hell With Love
Superhero
You’re So Yesterday
Into Deep
Olympia
Control
Solid Gold
Stop The Clocks
Whatever 80s
Dead Man Walking
The Tears Gone by
We’re Not Gonna Take it
So Long

zur Galerie


Setze doch einen Trackback auf deine Seite.


Benutzerdefinierte Suche