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Freundeskreis bringen die Kulturarena zum Beben

FreundeskreisMit dem Ohr auf der Schiene der Geschichte bei einem wunderbaren Konzert von Freundeskreis

20.07.2018 [al] Die Stuttgarter Musiker rund um Frontmann Max Herre aus dem Schoße der Kolchose feierten letztes Jahr ihr 20-jähriges Bestehen und nun spielten sie im Rahmen der Kulturarena in Jena vor ausverkauftem Haus. Tourauftakt. Der Abend entflammte gleich mit dem Hit „Esperanto“. Gesanglich wurde Max Herre während des ganzen Konzertes von Joy Denalane unterstützt und man merkte immer wieder, dass die beiden, die seit vielen Jahren auch privat liiert sind, auch auf der Bühne als eingespieltes Team agierten. Die Energie zwischen Ihnen zu spüren, macht wirklich Spaß.

Das erste Konzert von Freundeskreis in Jena 1997 liegt nun schon einige Jahre zurück. Umso passender war der zweite Song des Abends „1ste Liebe“ mit der Textzeile im Refrain „schön, dass du wieder da bist“. Oh ja, es war wirklich schön. Für das nächste Lied verschwand Joy kurz von der Bühne. Nun unterstützten die beiden Rapper, Afrob und Megaloh, Max und rappten was das Zeug hielt. „Hey Max, was geht ab?“ – „Hey Afrob, was geht ab?“ – „Hast du Bock?“ – „Ja klar!“ – „Komm wir rocken jetzt die Stadt.“ Reimemonster, eigentlich ein Hit von Afrob und Ferris MC, wurde sehr zur Freude des Publikums von Afrob und Max zum Besten gegeben. Zeile um Zeile wurde mitgerappt, gefeiert und die Köpfe nickten im Rhythmus der Beats. Nach etwa 45 Minuten kam „A-N-N-A“, wohl einer der größten Hits von Freundeskreis und der gesamte Theatervorplatz sang „du bist von hinten wie von vorne A-N-N-A“. Dann zog sich Max zurück und überließ seiner Frau die Bühne. Joy Denalane, die auch erfolgreich auf Solo-Pfaden unterwegs ist, performte vier eigene Songs und der Jeanslook wurde kurzerhand gegen ein Kleid getauscht.

Noch im Vorfeld dachte sich so mancher vielleicht: „schade, ‚Tabula Rasa Pt. 1‘ werden sie wohl nicht spielen, weil Gentleman und Mellowbag fehlen.“ Aber da sollte man sich täuschen. Zum Glück! Natürlich wurde das Lied etwas abgeändert, aber das hat es nicht schlechter gemacht. Im Gegenteil. Direkt übergehend in „Tabula Rasa Pt. 2“ hatte man das Gefühl, dass das Publikum noch einmal alle Erinnerungen an „damals“ auskramte und eine weitere Schippe auf die Feier- und Tanzlaune draufpackte. Jena in Bewegung und das Publikum schwang auch bei „Enfant Terrible“ weiter das Tanzbein oder beanspruchte die Nackenmuskulatur beim rhythmischen Kopfnicken.

„Mit Dir“, Maxs und Joys Duett, war einer der ruhigeren und vielleicht auch emotionaleren Momente des Abends. Auch im Publikum sah man frisch verliebte Pärchen tiefe Blicke untereinander austauschen. Für Partystimmung sorgte Afrob mit „Get Up“. „Wenn der Vorhang fällt“ mit der damals noch unbekannten Cassandra Steen im Refrain, leitete das Ende des regulären Sets ein. Erneut bebte der Platz.

Zur Zugabe durfte ein immer wieder aktuelles Lied nicht fehlen: „Leg dein Ohr auf die Schiene der Geschichte“. Mit Worten wie beispielsweise „es war nur Zufall, dass wir aus ner anderen Gegend waren“ trifft man auch heutzutage voll den Nerv der Zeit. Und somit wurde langsam das Ende des Konzertabends eingeläutet. Kurz vor 22:30, letzter Song des Abends: „Halt dich an deiner Liebe fest“, ein fantastisches Rio Reiser-Cover. Während des Liedes flimmerten im Hintergrund teils private Aufnahmen von Max und Joy auf der Leinwand (Auszüge des Videoclips), Max nahm Joys Hand fest in die seine. Und als dann die Band immer und immer wieder den Refrain spielte, Max die Musiker vorstellte und sich der Theaterplatz langsam leerte, so klang der Abend mit der wohl schönsten Botschaft des Abends aus: halt dich an deiner Liebe fest. Und ein bisschen hab ich das wohl auch beim Konzert mit meiner Liebe zum „guten alten deutschen Hip Hop“ getan. Dankeschön. Es war wunderbar.

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