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In Extremo meets Friends

In Extremo und Freunde feiern im Strohofer Geiselwind
In Extremo • Ingrimm • Hämatom • Mono Inc. • Fiddler’s Green • Knorkator

14.12.2012 [me] Im Dezember wird die Zeit bekanntlich knapp, wenn man bemerkt, dass man noch nicht alle Bands, die man sich für das Jahr vorgenommen hat, live gesehen hat. Nur gut, dass dies auch die Veranstalter Wissen und so gibt es keine Bedenken, dass die Eventhalle in Geiselwind heute gut gefüllt sein wird. Das liegt aber auch an einem wirklich ordentlichen Line-Up bei diesem „In Extremo meets Friends“. Neben dem Headliner In Extremo stehen heute noch fünf weitere Bands auf der Bühne: Ingrimm, Hämatom, Mono Inc., Fiddler’s Green und Knorkator – diese Namen stehen für einen sehr kurzweiligen Zeitvertreib. Doch der beginnt leider etwas später als geplant. Der Einlass verzögert sich um eine gute halbe Stunde – das Ende der Schlange vor der Venue kann ich von vorne nicht erkennen und das Wetter schreit förmlich nach Erkältung. Als die ersten in der Halle sind, wird noch fleißig die Absperrung vor der Bühne aufgebaut – anscheinend kam der heutige Tag für die Veranstalter doch etwas überraschend.

Auf der Bühne stehen die Regensburger von Ingrimm, ich bin mir aufgrund des Durcheinanders anfangs nicht sicher ob das noch der Soundcheck ist oder schon das reguläre Set. Vor allem irritiert mich der Sänger – 2010 sah der irgendwie anders aus und hat auch (vermeintlich) besser gesungen. Später erfahre ich, dass der Sänger in diesem Jahr gewechselt wurde – das erklärt dann so einiges. Den derzeit noch wenig anwesenden Gäste scheint der Mittelalter-Metal aber zu gefallen.

Nachdem die Eventhalle nun schon deutlich besser gefüllt ist stehen die Jungs von Hämatom auf der Bühne. Ich kannte sie bisher nur vom Namen, jetzt weiß ich auch wie sie sich anhören und das ist gar nicht mal übel. Reinhören lohnt sich auf jeden Fall. Dazu gibt es noch eine optisch ansprechende Bühnenshow mit sehr einfallsreichen Kopf/Gesichtsbedeckungen. Der Auftritt kommt auch beim Publikum gut an und das Quartett hätte gut und gerne auch ein längeres als das 30 Minuten-Set spielen können – es hätte sicherlich niemanden gestört. Auch der kurze Gastauftritt von Pat Prziwara (Fiddler’s Green) konnte überzeugen, schön wenn sich die anwesenden Bands gegenseitig unterstützen und damit auch für das Publikum welches viele Konzerte besucht für Abwechslung sorgt.

Als nächstes stehen Mono Inc. im Scheinwerferlicht, das letzte mal als ich sie 2009 als Support für Subway to Sally erleben durfte konnten sie mich nicht wirklich begeistern, die Zeiten ändern sich und die Hamburger haben ihre Hausaufgaben gemacht. Mit ihrem Dark Rock spielen sie mittlerweile eigene Touren bei denen andere als Support auftreten. Bei ihrer „After The War Tour“ machen sie im März 2013 auch in Erfurt und Würzburg halt und werden das Publikum in ihren Bann ziehen. Als besonderes Highlight kann man an diesem Abend schon die Coverversion von The Passenger (Iggy Pop) zählen, sehr gut performt.

In den Pausen gibt es genügend Möglichkeiten den Flüssigkeitshaushalt mit Nachschub zu versorgen und auch verhungern muss hier heute niemand – die Versorgung ist Top. Ehe man sich versieht stehen auch schon die nächsten auf der Bühne: Fiddler’s Green, die sich in diesem Jahr mit ihrem Album „Wall of Folk“ quer durch die Republik gespielt haben. Die Jungs aus Erlangen wissen wie sie mit ihrem Irish Independent Speedfolk die Menge in Bewegung versetzen. Circle Pit im Publikum ist quasi hier das Standard-Programm. Auf der Bühne wird auch einiges geboten und es ist mir eine wahre Freude Tobias Heindl an der Violine zu lauschen und zu beobachten. Die ganze Show weckt doch sehr die Lust daran, in den nächsten Pub zu gehen und ordentlich zu feiern bzw. den nächsten Urlaub auf der grünen Insel zu verbringen.

Knorkator, „Deutschlands meiste Band der Welt“, stehen nun auf der Bühne. Nachdem sich die Berliner im letzten Jahr dazu entschieden haben wieder gemeinsam Musik zu machen, habe ich nun die Chance das Groteske Treiben einmal selbst zu erleben. Die Bandmitglieder machen schon optisch einen sehr „speziellen“ Eindruck. Stumpen, der Sänger, der sich während der ersten paar Lieder sich seines Captain America Outfits fast vollständig entledigt hat fungiert auch heute als Eyecatcher. Man will es eigentlich nicht sehen, schaut aber dennoch gebannt dem bunten Treiben auf der Bühne zu. Knorkator haben definitiv einen hohen Unterhaltungswert sowohl Musikalisch als auch von der ganzen Art und weise wie sie mit dem Publikum und dem anwesenden „Personal“ umgehen. Da werden schon mal alle Fotografen, das waren hier wirklich einige, nett auf die Bühne gerufen um sie nach getaner Arbeit, nennen wir es charmant, wieder von dort zu vertreiben.

Nun geht es schon fast dem Ende entgegen, nachdem Anton Strohofer die Band persönlich ankündigt entern die sieben Mittelalter-Rocker die Bühne. Auch heute wird mit Pyrotechnik nicht gegeizt. Teilweise sind die Flammenwerfer im Dauerbetrieb während sich die sieben Spielleute auf der Bühne quer durch ihr Repertoire spielen. In Extremo haben in den letzten Jahren unzählige Gigs gespielt und doch schaffen sie es, das Publikum jedes mal erneut zu verzaubern. Dieser Moment wenn Dr. Pymonte mit der Harfe den „Vollmond“ anstimmt – Gänsehaut! Die Jungs spielen bis weit nach Mitternacht und verabschieden sich mit Villemann og Magnhild und beenden damit diesen langen aber kurzweiligen Abend. 2013 gönnen sich die sieben eine Live-Pause, außer ein paar ganz wenigen Konzerten (Bsp. Full Metal Cruise) wird es zumindest Veranstaltungstechnisch im nächsten Jahr nicht viel von InEx zu berichten geben – die Pause haben sie sich allerdings auch redlich verdient.

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