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Metalcore vom Feinsten

Pro PainPRO-PAIN in Erfurt

16.04.2010 [db] PRO PAIN sind seit mehr als fünfzehn Jahren eine nicht wegzudenkende Konstante der Hardcore und Metalszene. Pünktlichkeit zählt aber nicht zu ihren Stärken. Eine halbe Stunde nach Einlassbeginn fuhr der Nightliner der Amerikaner vor. Zumindest die Vorband war schon mal da. Im Übrigen ging jeder Gast von anderen Vorbands aus, so dass man im Grunde nicht wusste ob und wer supporten würde. Als es dann schließlich zur Sache ging, war noch eine Band übrig – Underwater Nights aus Erfurt. Von den Verzögerungen und kleineren Verwirrungen ließ sich aber keiner der Gäste irritieren. Dann trank man eben ein Bierchen mehr und fachsimpelte über die Medientauglichkeit von Gary Meskil in Japan. Auch schön. Währenddessen wurden im Club das Equipment und die Instrumente aufgebaut. Nur keine Hektik, schliesslich war Freitag und die meisten würden ausschlafen können. Dementsprechend relaxed war die Stimmung im Publikum.

Underwater Nights ließen sich viele der Besucher entgehen zugunsten eines Gespräches im Hof vor dem Club. Der Raum vor der Bühne füllte sich eigentlich erst vollends, als der Soundcheck für Pro Pain begann. Ein Typ in Football-T-Shirt und mit Grubenlampe auf dem Kopf stimmte eine halbe Ewigkeit alle Gitarren und Bässe zweimal, baute Mikrofone auf und wieder ab, blendete mit seiner Stirnlampe jeden Gast in Bühnennähe und gab den Platz dann doch frei. Glücklicherweise. Weit nach 23.00 Uhr erklang aus den Boxen ein Off-Sprecher, der sich in immer lauteren Worten über die Gesellschaft ereiferte. Es sei Zeit durchzudrehen. Ich habe schon einige Hardcore-Konzerte besucht, aber was nach dem Intro im Club losbrach, habe ich in Erfurt bislang nicht erlebt. Der Hardcore Bowl ist im Vergleich dazu eine Häkelrunde. Und der Auftritt von Underwater Nights schien sehr weit entfernt und sehr leise. Brutal laut war es, hämmernd, wütend und aggressiv – genau das, was die Fans wollten. Durchdrehen, moshen, frei sein. Blöd nur, wenn man als Brillenträger unabsichtlich mittendrin steht und nach hektischen zwei Minuten mit schief sitzender Brille und leicht verwackelt den Rand des Gewimmels erreicht. Neue Stücke spielten sie von ihrem im Mai erscheinenden Album „Absolute Power“, gemischt mit alten Songs. Aber immer mit stampfendem Tempo. Unheimlich laut. Und mit einer rauen Menge im Zentrum eines Sturmes, der sich an diesem Abend „Pro Pain“ nannte.

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