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mit K!

Kraftklub zerlegen die Würzburger Posthalle

13.10.2012 [me] Ich hatte ja die ganze Zeit so meine Bedenken, immerhin war Würzburg einer der wenigen Locations der „mit K“ – Tour, die nicht schon Tage oder gar Wochen vor dem Termin ausverkauft waren. Als ich dann am Freitag im Mainstream-Social-Network unseres Vertrauens lesen durfte: „Herrschaften, das Konzert von KRAFTKLUB am kommenden Samstag (13.10.) ist nun restlos ausverkauft!“ war die Sache eigentlich klar: Da kommt keiner ausgeruht nach Hause.

Halbe Stunde nach dem offiziellen Einlassbeginn bin auch ich an der Posthalle – alles recht entspannt hier, entweder sind alle schon drin oder eben noch nicht da. Als ich dann den Merchandisestand passiere blicke ich bereits auf eine gut gefüllte Halle. Der Großteil des Publikums scheint jünger als 25 Jahre zu sein. Die Schlange an der Garderobe zieht sich durch die halbe Halle, dafür ist an der Bar noch nicht allzu viel Betrieb. Ich nutze die Gelegenheit um mir schnell ein Wasser in den Hals zu kippen, vermutlich bin ich die Flüssigkeit heute hier schnell wieder los.

Felix von Kraftklub lässt es sich nicht nehmen den Support-Act „The Durango Riot“ aus Schweden anzukündigen und dabei zu betonen, dass sie selbst bis vor kurzem noch als Support getourt sind und wir doch bitte die schwedischen Rocker auch abfeiern und so gut es geht unterstützen mögen. Gesagt, getan – das Quartett um Fred Andersson liefert feinsten Hard Rock auf der Bühne und das Publikum weiß dies zu schätzen. Die Bühnenshow kann überzeugen, egal ob beim Headbanging oder beim Posen mit dem Megaphon, die Show untermalt die Musik hervorragend. Für eine Vorgruppe ist deshalb auch schon beachtlich viel Bewegung und gute Stimmung in der Menge auszumachen. Die halbe Stunde „Aufwärmprogramm“ vergeht viel zu schnell – diese Nordmänner sollte man echt im Auge behalten. Ich bin gespannt wann ich sie das nächste Mal irgendwo als Support oder sogar als Hauptact antreffe. Kein Wunder also, dass „The Durango Riot“ schon das zweite Mal zusammen mit den Jungs aus Sachsen hier in Würzburg aufspielen.

Auch während des Bühnenumbaus ist kaum ein Durchkommen in der Posthalle – die ersten Reihen werden vorsorglich von der Security mit Wasser versorgt, „kuschelig warm“ wäre vermutlich als Temperaturbeschreibung definitiv untertrieben. Nach gut dreißig Minuten heißt es dann aber „Licht aus“ – „Kraftklub an“! Nach dem Intro brennt bereits bei „Ritalin / Medikinet“ sprichwörtlich die Hütte, was da abgeht kann man fast nicht beschreiben – die Menge tobt! Eine „Ossi-Band“ die es gerade mal 2 Jahre gibt, die bis vor kurzem noch niemand wirklich kannte und die „Drüben“ in ausverkauften Hallen spielen – unfassbar. Irgendetwas scheinen die Jungs aus Chemnitz, ähm sorry – natürlich Karl-Marx-Stadt – zu haben, auf das die ganze Republik gewartet hat. Sind es die deutschen, oftmals auch selbstironischen, Texte oder doch die Gute-Laune-Party-Beats des Quintetts, welche mit dem Loser-Ossi-Image stilvoll kombiniert wird? Keine Ahnung aber die selbst titulierten „Original Ostler“ gehen an diesem Abend ab wie „Schmidts Katze“ und alle Anwesenden machen mit. Das Publikum gibt im Laufe des Abends sein letztes Hemd – okay BHs, Schlüpfer, ein paar Strümpfe und ein Top. Frontmann Felix wünscht sich daraufhin die noch fehlenden Teile der Komplettbekleidung, also noch Hose und Schuhe, die hat dann aber doch keiner mehr übrig. Geboten werden viele Titel des ersten Albums „mit K“ aber auch Titel der früheren EP „Adonis Maximus“ werden heute hier zum Besten gegeben. Wer es nicht bis an die Bar schafft, wird von der Bühne aus mit Wasser versorgt – was die Band nicht trinkt landet unvermeidbar in der Menge aus gut zweieinhalbtausend ausgelassenen Fans. Der Schweiß und die Getränke laufen in Strömen. Nur gut, dass es zwischen den Titeln kurze Verschnaufpausen gibt – in denen Felix Brummer mit kurzweiligen Anekdoten aus der doch noch recht jungen, aber keinesfalls alltäglichen, Bandgeschichte zu unterhalten weiß. Nach den gut 100 Minuten Vollgasprogramm bin auch ich ganz gut abgearbeitet, ich blicke in eine Menge freudiger aber auch durchaus „fertiger“ Gäste – so sieht ein gelungener Abend aus.

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