[a]live: promotion » » Moshpit in Haßleben

Moshpit in Haßleben

MoshpitBack to the roots

15.05.2010 [db] Was macht man am Männertag, wenn das Hard Taste Open Air zum ersten Mal seit Menschengedenken ausfällt und vielleicht nie wieder stattfindet? Was macht man als Mann an diesem heiligen aller Tage? Die Jünger des Hard Taste Open Air waren in diesem Jahr ein wenig ratlos. Doch Abhilfe war nah. Die Band Captain Gangster organisierte kurzerhand den Moshpit – gemeinsam mit Downsidetrip, El Rodeo und D.R.K. wollten sie ordentlich Dampf machen, um für Entschädigung und Spaß zu sorgen. Ein Besucher des Moshpit erzählte mir, dass er seit zehn Jahren zum Hard Taste gegangen sei und am Vatertag nicht wusste, was er tun sollte. Aus lauter Verzweiflung verbrachte er den Tag vor dem Fernseher, ohne Alkohol, keine Lust rauszugehen. Zwei Tage später konnte er dann aber doch noch feiern. Mit all den anderen, die seit langer Zeit Open Air-Gänger waren und das auch in diesem Jahr nicht missen wollten. „Das ist mein erstes Bier heute. Ich habe am Männertag nichts getrunken!“ – nun denn.

„Back to the roots“ lautete das Motto. Ein Zelt, ein Bratwurststand, ein Ausschank und ein Lagerfeuer. Dazu eine Bühne und ein paar Bänke und das Moshpit konnte starten. Der Event soll kein Hard Taste-Ersatz sein oder werden, es ist einfach nur von Leuten die auf Livemusik stehen, für Leute die auf Livemusik stehen. Vielleicht geht es im nächsten Jahr dennoch in eine zweite Runde. Denn an Besuchern mangelte es an diesem Abend nicht. An Matsch auch nicht. Es war hier und da ein Hauch Nostalgie zu spüren, bei den vielen bekannten Gesichtern dort. Das Gelände, auf dem das Konzert stattfand, ist festivalerprobt und überstand den Abend. Gras wächst nach. Und Bedarf an Livemusik besteht immer. Den Beginn machte das Duo Downsidetrip. Was Paul Posse und Milan Schultheiss klingen lassen, erinnert derbe an Stonerrock. Downsidetrip sollte man mal live erlebt haben. Die beiden jungen Musiker machen „Krach“ für eine Fünf-Mann-Combo. Die folgte dann als nächstes in Form von Captain Gangster. Die Initiatoren des Moshpit hatten Spaß auf der kleinen, improvisierten Bühne, die von einem wildgewordenen Lichttechniker mit Dauerfeuer beschossen wurde. Insgesamt stimmte die Mischung an diesem Abend. Nach Captain Gangster und ihrem stromgitarrenlastigen Rock, folgten El Rodeo. Alles alte Bekannte, wenn man ab und an in Erfurt und Umgebung auf Konzerten unterwegs ist. Dem Bandnamen „El Rodeo“ entsprechend nennen sich die Mitglieder El Revilo, El Jules, El Adriano und El Franceso. Sie verlieren nicht viele Worte. Sie reißen einfach mit. Die Jungs können zehnmal auf ihrem mySpace-Profil posten, dass sie Garage House/ Psychedelic/ Rock spielen – das was da aus den Boxen kommt ist erstklassiger Stonerrock. Damit der Abend nicht allzu „ernst“ blieb, schlossen die seriösen D.R.K. die Runde ab. Fragt man sich, wer die Herrschaften eigentlich sind, bekommt man als Antwort: „alles Jungs… ich, er, der und der da und ach ja, der auch und einer in Frankreich“. Sie klingen wie „gute Nacht und kein Bett… ähm… BIER!“ und sind eine Reise wert. Vielleicht sieht man sie im kommenden Jahr wieder, wenn es ein weiteres Moshpit geben könnte. Platz ist da. Leute auch. Musik sowieso.

zur Galerie


Setze doch einen Trackback auf deine Seite.


Benutzerdefinierte Suche