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Schandmaul auf dem Weg in Richtung Norden

Schandmaul auf der Festung Marienberg in Würzburg03.08.2012 [me] Gibt es etwas, dass besser zu einer Mittelalter-Rock-Band passt als die Kulisse einer Burg? Ich denke nicht und so verwundert es auch nicht, dass heute Schandmaul im Graben der Festung Marienberg in Würzburg spielen. Für die Münchner ist es quasi das Aufwärmprogramm bei einem kleinen Zwischenstopp, morgen spielen sie auf dem Wacken Open Air im Norden. Bei herrlichem Sonnenschein begebe ich mich vom Parkplatz an der Festung den Berg hinab in Richtung Graben. Dort angekommen wird kurz die Location begutachtet und dann steht auch schon die Vorband auf der Bühne im Neutorgraben.

Hillarious aus Würzburg dürfen heute für das Warm-Up sorgen, wobei temperaturtechnisch ist es schon recht warm hier, müssen sie eben nur noch die Stimmung anheizen. Das gelingt dem Septett mit ihrem „Irish Sheep Folk“ auch recht gut, hier und da fangen schon die ersten Besucher das Tanzen an. Auf den ersten Blick sehen die Musiker doch noch recht jung und unerfahren aus, wenn man ihnen dann aber zuhört bemerkt man das der erste Blick doch manchmal täuschen kann. So wie hier mit Geige, Akkordeon, Flöte und den restlichen Instrumenten musiziert wird hat nichts mehr mit einer kleinen Schulband zu tun, kein Wunder – Hillarious spielen schon seit mehr als fünf Jahren zusammen, allerdings auch nicht mehr in der Originalbesetzung. Die Titel klingen typisch nach Irish-Folk gepaart mit etwas Rock und Ska und viele davon hat man schon von anderen Künstlern wie Fiddler’s Green gehört, mir kam dabei auch wieder die Band Grienhild in den Sinn die ich vor ein paar Jahren mal als Vorgruppe für In Extremo erleben durfte. Gespielt wird ein Querschnitt der beiden Alben „In Passing“ (2008) und „Need More Sheep“ (2010) bis die Würzburger nach etwas mehr als einer halben Stunde dann zum Ende kommen und die Bühne für Schandmaul frei machen.

Pünktlich 20:30 Uhr wird die Szenerie mit tollem Licht geflutet und das A-Team-Intro erklingt – etwas verwundert schau ich mich um, aber wird schon passen, am Eingang stand ja schließlich Schandmaul angeschrieben. Es dauert einen Moment bis dann die Musiker um Thomas Lindner die Bühne entern. Als Vertretung für die beiden weiblichen Schandmäuler Anna-Katharina und Birgit die ja vor kurzem „Wie sagt man? gekalbt!“ (O-Ton Thomas) haben, sind Ally Storch (Ally the Fiddle) und Jutta Simon-Alt (Die Irrlichter) mit dabei. Die beiden machen einen tollen Job an diesem Abend. Viele Titel klingen anders als „normal“ allerdings immer noch Schandmaul-typisch und etwas Abwechslung ist ja auch mal ganz angenehm. Allerdings vermisse ich bei einigen Stücken dann doch die Drehleier. Wie immer weiß Thomas durch seine lustig/lockeren Ansagen zu Unterhalten, auch als er die Besucher auf der Tribüne fragt ob sie dort sitzen müssten. Das ist schon ein ungewohnter Anblick, bei einem Schandmaul-Konzert sitzende Gäste zu sehen. Das hatte ich das letzte Mal bei der Kunststück-Tour 2005 und da mussten wir tatsächlich in Erfurt sitzen, da der ganze Rang der Alten Oper gewackelt hatte. Bei „Gebt Acht“ darf dann beim üblichen Jungs-gegen-Mädchen-Song-Contest auch das sitzende Publikum zusätzlich noch Gewitter-Geräusche beisteuern, was für ein Sound! Leider haben die Sitzplätze den Blick auf die Bühne von etwas weiter hinten sehr eingeschränkt, so dass man eigentlich nur direkt vor der Bühne oder eben auf der Tribüne die komplette Aussicht auf das Sextett genießen kann. Dadurch lässt sich allerdings niemand der Anwesenden vom Feiern und Tanzen abhalten. Auch der Akkustik-Block gegen Ende des Abends weiß zu begeistern. Nach fast zwei Stunden ist dann allerdings Schluss und die Schandmäuler machen sich schnell frisch um dann den Abend mit den Fans ausklingen zu lassen. Die Abreise vom Parkplatz ist dann noch ein besonderes Abenteuer, zwei Parkscheinautomaten für fast 1500 Besucher von denen viele hier geparkt haben – da steht man doch gerne an und man muss sich danach echt beeilen um innerhalb der Frist vom Parkplatz zu kommen.

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