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SUM41 in der Posthalle Würzburg

Punkrock aus einer Zeit, in der Musik in Klingeltöne überging

07.08.2012 [me] Es gab mal eine Zeit, in der im Musikfernsehen noch mehr Musikvideos als Klingelton-Werbefilme liefen. Genau an das Ende dieser Zeit denke ich, wenn ich den Bandnamen Sum 41 irgendwo lese oder eines ihrer (älteren) Lieder höre. Die vier Punkrocker aus Kanada spielen einen von drei Gigs in diesem Jahr auch in meiner Nähe, gestern im Postbahnhof Berlin, heute in der Posthalle Würzburg – anscheinend mögen sie es wenn „die Post abgeht“. Kurz vor dem Einlass wird ringsherum noch nach dem Ausweis gekramt oder über die neusten Handys oder Telefontarife diskutiert oder aber über Hausaufgaben – ich überlege ob ich nicht bei einem Justin Bieber Konzert gelandet bin, was ich allerdings anhand des Kleidungsstils recht schnell wieder ausschließen kann. Es ist aber schon sehr viel junges Publikum anwesend – das hätte ich jetzt nicht so erwartet.

Den Anfang macht an diesem Abend eine Vorband, bei der man echt bis zum letzten Moment überlegt wer da als „große Überraschung“ auf die Bühne steigt – „Plus Guest“ interpretiert man ja normalerweise nicht unbedingt als Bandname. Mir bis dahin völlig unbekannt, kann ich mich nach den ersten Tönen schon gut für die Musik begeistern. Die Musiker aus Frankreich legen auf der Bühne einen sehenswerten Auftritt hin. Der Sänger ist ständig in Bewegung und das Outfit des Drummers ist ein Augenschmaus. Hier haben Sum 41 einen guten Support im Gepäck, der für gute Stimmung sorgt – der „Garagen Punk“ kommt gut an.

Jetzt heißt es erst einmal warten, die Umbaupause erscheint mir ewig. Selbst als alles hergerichtet scheint, geht es noch nicht los. Nein, es kommen noch ein paar Lieder von AC/DC & Co. aus der Konserve, und wir warten weiter. Erst eine gute Viertelstunde nach 22:00 Uhr betreten die Headliner die Bühne und drehen gleich richtig auf. Nicht nur die Stimmung steigt – nein – auch die Lautstärke steigt auf ein teilweise schmerzhaftes Niveau. Glück dem, der ordentliche Ohrstöpsel im Gepäck hat. Die vier Kanadier rocken die Hütte, ohne Rücksicht auf Verluste, hier geht es ordentlich zur Sache. Die Menge feiert – die Arme in der Luft, dazu mal ein kleinerer und mal ein größerer Moshpit und einige Crowd Surfer die sich dann von der Security vor der Bühne bergen lassen. Der rothaarige Frontmann wirbelt über die Bühne als ob es keinen Morgen gäbe. Eine wahre Freude dem Treiben auf und vor der Bühne aus „sicherer Entfernung“, sprich von der Bar aus, zuzusehen – bei dem Versuch die Songtitel zu erraten, die sich live so gar nicht wie die durchaus mainstreamtauglichen CD-Versionen anhören. Alle Beteiligten scheinen völlig durchgeschwitzt, aber überaus zufrieden nach diesen gut 90 Minuten inklusive zweier Zugaben zu sein.

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