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Summerbreeze 2018

Summerbreeze 2018 Sonne, Spaß und viel Musik

18.08.2018 [fs] Mitte August und wir befanden uns irgendwo ziemlich zentral in Bayern. Hier lud das Summerbreeze zum zweitgrößten Mixed Metal Festival in das sonst so beschauliche Dinkelsbühl ein. Im Einzelnen bedeutete dies über 40.000 Fans, 3 bespielte Bühnen und ganze 5 Tage Musik. Gibt es auch Festivals wie Sand am Meer, so hat sich das Summerbreeze auf die Fahne geschrieben, zu einem bezahlbaren Preis dennoch vielen Bands, neben hochkarätigen Szenegrößen auch unbekannten Künstlern, eine Bühne zu geben. Das Festival möchte nicht mit einem durchweg Weltklasse-Lineup angeben, denn große Bands wollen auch immer viel Geld, was letztendlich ja wir, die Besucher, zahlen müssen. Für fast schon günstige 111,- € gibt es die Tickets für das kommende Jahr bereits im Vorverkauf und dafür erhält man jedes Jahr aufs Neue eine phantastische Stimmung und um die 123 Bands auf die Ohren.

Was das Summerbreeze ebenfalls besonders und ziemlich einzigartig macht, ist die Bühnenkonstruktion, die es seit letztem Jahr gibt. Während es zuvor zwei Hauptbühnen gab, die zeitversetzt bespielt wurden, verschmelzen sie seit vergangenem Jahr zu einer drehbaren Bühne. So kann auf der vorderen Bühne der Punk abgehen und auf der Rückseite der nächste Act vorbereitet werden. Wie durch Magie drehte sich später das Set und ist die nächste Band war spielbereit. Dadurch lassen sich sehr kurze Stagetimes ermöglichen und der Gast konnte direkt vor der Bühne stehen bleiben. Zeitlich lediglich problematisch, wenn man sich in der Pause ein neue Getränk besorgen wollte. Neben der Doppelbühne gab es mit der T- und der Camelstage noch 2 weitere Bühnen, die zwar abwechselnd voneinander, aber doch teils mit Überschneidungen zur Hauptbühne bespielt wurden.

Das Gelände ähnelte dem des Vorjahres, nur dass die T-Stage und die Camelstage örtlich ein klein wenig wanderten. Letztere durfte sogar etwas wachsen, nachdem sie im Vorjahr sehr schnell überfüllt war. Was sich – zur Freude aller – auch deutlich verbesserte, war das Infield selbst, oder wie die Veranstalter es nennen: das Battlefield. Was war passiert? Im letzten Jahr sorgte eine ganz schreckliche Wellenbrecherpolitik für sehr viel Ärger. Um direkt vor die Hauptbühne zu kommen, musste einmal das ganze Infield überquert und anschließend ein kleiner und somit immer gut frequentierter Eingang passiert werden. Oftmals staute es sich und trotz eines ziemlich leeren vorderen Bühnenbereichs, wurden keine Leute mehr reingelassen. Selbe Szenen sah man am Ausgang. Dieses Jahr wurde das Konzept zum Glück wieder abgeändert. Und siehe da, kein Warten, kein Gedrängel – kein Unmut. Ansonsten ist und bleibt das Summerbreeze ein solides sehr gut organisiertes Festival.

Die größten Probleme in diesem Sommer waren allerdings nichts selbst gemacht. So war einer der größten Kritikpunkte, dass relativ kurzfristig eine gewisse Art von Gaskochern aufgrund der Instabilität und der aktuellen Waldbrandgefahr von der Feuerwehr verboten wurde. Wer dennoch welche dabei hatte und erwischt wurde, dem wurden diese eben abgenommen. Hier gab es oftmals Reibereien, weil man die abgenommenen Dinge nicht hinterlegen konnte – Aber ganz ehrlich, wer „verbotene“ Dinge mitnimmt, der soll auch bitte nicht rumheulen.

Zudem war auch die Wasserversorgung aufgrund der anhaltenden Trockenheit teilweise gestört. Dem Gelände stand einfach, auch aufgrund des sinkenden Grundwasserspiegels hier nicht genügend Wasser zur Verfügung. Sehr positiv zu erwähnen, dass die Toilettencontainer mit dem Abwasser der Duschen gespült wurde! So wurde nicht nur Abwasser- sondern eben auch Frischwasser für die Spülung gespart! TOP!

Generell litt nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die Gäste selbst unter der Sonne. Wie allerdings bei vielen anderen Festivals waren Schattenstellen recht rar. Hier sorgten die Veranstalter mit kostenfreiem Wasser auf dem Infield und Rieselduschen für Abkühlung.

Dienstag. Wer bereits Dienstag anreiste, konnte direkt auf dem Campingground auf der Ficken Party Stage die ersten Partyerfahrungen sammeln. Mit einer Filmvorführung, Wrestling, musikalischer Unterhaltung und Disko ließ sich so der erste Abend füllen.

Mittwoch. Am Hauptanreisetag öffnete lediglich der vordere Bereich des Infields und nur die Camel- und T-Stage wurden bespielt. „Blasmusik Illenschang“ waren der traditionelle Opener des Festivals. Immer abwechselnd spielten auf beiden Bühnen seit 14:30Uhr bereits 15 Bands. Any Given Day machten den Anfang, ihnen folgte Monument, The Night Flight Orchestra, Deathrite, Farmer Boys, Audn, Kataklysm, RAM, Sepultura, Warbringer, Paradise Lost, Pillorian, Graveyard, Evil Scarecrow und schlussendlich Ross The Boss. Hier zeigten sich bereits die abwechselnden musikalischen Genres.

Donnerstag. Inzwischen war das Gros der Fans angekommen, weswegen der Donnerstag bereits um 11:00 Uhr begann. Den Anfang auf der Mainstage machten Sirena aus Norwegen, direkt gefolgt von Pro Pain. Auf Symphonic-Metal folgte Hardcore Musik. Zum Mittag eröffnen Nervosa die T-Stage und die Camel-Stage beschallten Venues. Einige Bands später sorgten Orden Organ zum ersten Mal für ein volles „Battlefield“. Die deutschen Powermetaller zogen ordentlich Leute aus den Zelten. Mit Jasta, dem Soloprojekt vom Hatebreet Sänger James Shanahan, folgten allerdings auch stark Hatebreetlastige Rhythmen. Von einem krassen Stilbruch hingegen zeugten die mittelalterlichen Schandmaul-Klänge. Mit neuer oder zumindest zeitweiser neuer Violinistin zeigten sich die Jungs und Mädels sehr spielfreudig. Mit jeder Menge Spaß und einem gelben Quietcheentchen rissen Alestorm buchstäblich die Bühne ab. Unsere geliebten Grabenschlampen hatten bei den endlosen Wellen an Crowdsurfern alle Hände voll zu tun.

Charmant und charismatisch enterte Kapitän Alex und seine Eisbrecherbesatzung die Bühne und legte einen soliden Auftritt mit Neue Deutsche Härte Klängen aufs Parket. Statt die anschließenden Behemoth zog ich gen T-Stage, auf der Eskimo Callboy eine absolute Abrissparty veranstalteten und das Publikum ausrasten ließen.

Inzwischen sehr gute Bekannte auf dem Breeze und der deutschen Festivallandschaft selbst, sind Powerwolf. Die selbsternannte „most sexy german Metalband“ erteilten die musikalische Absolution und verwandelten die Bühne in ein Flammenmeer. Suicidal Tendencies drehten das Rad in Richtung Hardcore und motivierten die müden Massen noch einmal zum Pogen. Letzte Band der Mainstage waren nun die Apokalyptischen Reiter. Von heiter bis Düster schlossen die Reiter für den Donnerstag ab. Allerletzte Band des Abends und mein absolutes Highlight waren Heilung. Die Pagan Band sprach kein einziges Wort, es waren keine wirklichen Lieder erkennbar, sondern der Auftritt glich einem Gesamtkunstwerk. Mit den Worten meines Kollegen Arne ausgedrückt: „Es war kein Konzert, es war ein Ritual“. Einfach Hammer.

Freitag. Die Hallenser Annisokay eröffneten mit krachigem Post-Hardcore den Tag. Einen Dreher der Bühne später blieben wir im eigenen Land und es erschallte Neue Deutsche Härte. Megaherz rockten als einer der Urväter des Genres die Bühne. Die australischen Northlane schraubten an der BpM Zahl, Amaranthe eiferten mit drei Gesangsstimmen um die Wette und die Spielfreude sprang aufs Publikum über. Während Danko Jones mit Schlagzeug, Bass, Gitarre und Gesang klassischen Rock´n´Roll ablieferten, galt es mit den Alt-Ulk-Rockern J.B.O , den simplen und teils anstößigen Texten eine Mitsing- und Mittrinkparty zu veranstalten.

Wurde bis hierhin das Festival noch sehr von der Sonne verwöhnt, zogen mittlerweile dunkle Regenwolken auf. So schüttete es aus Kannen, als die Mittelalterrocker Saltatio Mortis spielten und nur die Hartgesottenen Fans blieben standhaft vor der Bühne. Die Pause danach wurde etwas länger. In einer kleinen Regenpause begann der hoheitliche Besuch der deutschen Metalqueen Doro. Leider war die Regenpause nur von kurzer Dauer, sodass die Anwesenden noch einmal eine kräftige Abkühlung erhielten. Anschließend wurden die Temperaturen recht angenehm. Vor einem zauberhaften Sonnenuntergangsszenario präsentierten Trivium ihren feinsten hochtechnischen Metal. Zum Anbruch der Nacht wurde es laut und brutal. Berzerkergegröhle und das von einer zarten Dame. Arch Enemy rockten die Bühne mit viel Rauch und Feuer und verwandelten das Infield in einen brodelnden Hexenkessel. Turisas beendeten den Abend mit rhythmischem Viking Metal, wobei ich noch immer finde, dass es wie Disney-Metal klingt.

Um nicht nur auf die Mainstage zu schauen, möchte ich den neuen Breeze-Dauergast nicht unerwähnt lassen. Auf der T-Stage, zur besten Primetime um 21:15, spielten Mr. Hurley und die Pulveraffen. Sicherlich eine der Festivals-Bands, die in den letzten Jahren massiv durch die Decke schossen. Vor 2 Jahren noch auf der völlig überfüllten Camelstage, setzte sich ihr Aufruf #MrHurleyAufDieMainstage durch, sodass sie im letzten Jahr wirklich auf der Mainstage spielten. Daraufhin wurden sie etwas größenwahnsinnig, und wollten nun den Headlinerslot. Naja immerhin ist es die Primetime der T-Stage geworden. Eine nichtendende Party, simpelste Musik, einprägsame Texte und Fans, die einfach nur ausrasten. Eines meiner Highlights des Festivals.

Samstag. Parasite INC. eröffneten den musikalischen Reigen und hatten ihr neues Album „Dead and Alive“ im Gepäck. Ihnen folgten mit Deathcore aus Paris, Betraying the Martyrs, und kloppten auf der Bühne. Ganz im Genre bleibend, brachten auch Carnifex die Moshpits in Bewegung und die Circlepits zum Drehen. Bannkreis hingegen verzauberten mit mittelalterlichen Klängen und Gesang von Eric Fish und Johanna Krins und Phil Campbell & The Bastard Sons griffen in die Saiten und spielten Rock’n’Roll zum Haareschütteln. Frivol niveaulose Sauf- und Vögeltexte entfesselten das kleine Kind der anwesenden Zuschauer. Feuerschwanz und nachfolgend Korpiklaani sind Perlen für die Partyfans. Mitsingen, Mitsaufen und Crowdsurfen – einfach alles und ganz viel davon. Besten Old School Heavy Metal zelebrierte Dirk Schneider und versetzte die Zuhörerschaft in die 80er und 90er Jahre.

Inzwischen war die Primetime angebrochen und für die Mainstage war eine Band angekündigt, von der ich 90er Kind gar nicht mehr wusste, dass sie überhaupt noch existierte. Im Line-Up erregte sie wohl auch das meiste Aufsehen, entsprechend voll war es auch vor der Bühne: Papa Roach. Auch wenn sie über die letzten Jahre fortwährend Alben produzierten, merkte man, dass viele Leute aus nostalgischen Gründen den Platz füllten. Die altbekannten Kracher wie „Last Resort“ wurden lautstark mitgesungen, bei den neueren Stücken hingegen ward es merklich leiser. Trotz allem war die Masse begeistert und der Auftritt inkl. bombastischer Lichtshow sehenswert. Mit Bloodbath, Carpenter Brut und schlussendlich Pertubator verabschiedete sich das diesjährige Summerbreeze.

Abschließend bleibt zu sagen, dass das Breeze 2018 wiederum ein großes Fest war. Die musikalische Vielfalt stets begeistert und dementsprechend auch ein weitgestreutes Publikum anzieht. Somit gibt es dieses besonderen Flair auf dem Campingground, welches dazu einlädt nach den Konzerten über das Feld zu ziehen, neue Freunde oder auch nur Saufkumpanen zu finden.
Der Erfolg spricht für sich und lässt noch immer das Festival wachsen – wie ich hoffe, nicht in die falsche Richtung, denn noch hat das Summerbreeze dieses klassische Festivalfeeling. Auch wenn es inzwischen eine sehr stattliche Größe erreicht hat, den Veranstaltern geht es noch immer um die Musik, um die kleinen, wie auch großen Bands und um die Fans. Es hat weder Kirmes- oder Volksfestcharakter wie beispielsweise ein Festival im hohen Norden oder da an einer Rennstrecke.

Wir sehen uns auf jeden Fall nächstes Jahr wieder 😉
Die Tickets für das nächste Jahr könnt ihr bereits bestellen: https://summer-breeze.shop/

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