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First and last time ever: xAFBx Farewell Tour

Awaken Demos (3)Die Schwarze Hand ließ es im Uni-k.u.m. mit fünf Hardcore-Bands krachen

13.11.2009 [db] Ich fühle mich suboptimal tätowiert an diesem Abend. Meine Arme sind zu nackt. Zu wenig Farbe, zu wenig Attitüde. Caps, Sneakers, Hoodies, Tätowierungen und geweitete Ohrlöcher mit Flesh Tunnels in allen Variationen. Hardcore ist jung und laut. Hardcore prescht nach vorn und ist nicht aufzuhalten. Hier gibt es keinen sanften Einstieg, hier gibt es kein gemächliches Intro. Hier geht es zu Sache und zwar richtig. Vom ersten Song an gehen die Bands straight forward und das Publikum geht mit. Befreiend brachial und wohltuend aggressiv auslassend. Vor dem Einlass hört man Sprüche wie “Du hast meine Kippe gekillt, du Opfer” und muss sich in die Jugendsprache erst einmal einfinden, mit einem breiten Grinsen. Mit beinahe 30 kann man sich hier getrost zum alten Eisen zählen. So ging es am Freitagabend im Uni-k.u.m. zu. Der Erfurter Studentenclub war Schauplatz eines Hardcore-Events der extralauten Klasse. Hier wurde gemosht, gesprungen und geschrien. Hier gab es von der Bühne Dampf für die geneigten Hardcore-Ohren.

Für ein erstes und letztes Mal kamen xAFBx aus Reno (USA) auf Europatour. Nach der Auflösung der Band Anfang diesen Jahres entschieden sie sich doch noch einmal auf Abschiedstour zu gehen und dabei auch Europa zu rocken. Die Band, die als Hoffnungsträger in Sachen Straight Edge Metalcore galt, wird in diesem Jahr letztmalig die Bühnen der Clubs zerlegen. Doch man muss ihnen im Grunde nicht nachweinen, denn danach wenden sich einige der Musiker anderen Projekten zu. Eines der Projekte konnte man schon in dieser Nacht begutachten. Der Stopp im Studentenclub Uni-k.u.m. war eine von nur zwei Shows im Osten Deutschlands. Supported wurden sie dabei von Awaken Demons aus Italien, mit denen sie bereits eine US-Tour spielten. Damals waren xAFBx Support, jetzt wurde der Spieß umgedreht. Des Weiteren gaben The Haverbrook Disaster und Ophelia’s Great Day ihre lautstarke Unterstützung. Hardcore at its best. Außerdem dabei: WOLF CITY! Die Band stammt ebenfalls aus Reno und könnte als Nachfolgeband von xAFBx angesehen werden, denn fast alle Mitglieder sind dieselben.

Präsentiert wurde das Paket von „Die Schwarze Hand“. Die Konzert- und Informationsgruppe ist in Erfurt inzwischen bekannt für Hardcore-Events, die unterhalten und auch informieren wollen. Neben der Musik steht für Die Schwarze Hand Aufklärung im Fokus. Aufklären über gesellschaftliche Missstände jedweder Art. Nicht nur feiern. Mitdenken und umdenken.

Ophelia’s Great Day aus Jena machten den Anfang. Und bereits bei den ersten Tönen sah man einige Besucher vor der Bühne abgehen. Die Krawallcombo um Shouter Dredzler liess keinen Zweifel aufkommen, wie der Abend laufen sollte. Die Mischung aus Metal, Progressive und Breakbeat kam an. The Haverbrook Disaster aus Karlsruhe machten sich als nächster Act daran, die Meute zu rocken. Sie haben sich Ende 2007 mit dem Vorhaben Heavy Music zu spielen und dabei einfach nur Spaß zu haben als Band zusammengefunden. Das hatten sie an diesem Abend definitiv. Wolf City legten dann schon eine Schippe mehr drauf. Hardcore ist entfesselte Energie. Als die Band, die eigentlich schon den Headliner repräsentierte, loslegte, merkte man, dass sie Hardcore nicht nur spielen, sondern leben. Sie schrien ihre Wut hinaus, trommelten sich den Frust von der Seele und versammelten ein Heer an Moshern vor sich. Eine basslastige Dampfwalze schlängelte sich durch verschlungenen Gänge des Clubs. Neverending, so wie der Titel des letzten Songs ihres Sets. Awaken Demons waren schnell, brutal, aggressiv und sehr unterhaltsam. Und sie waren die letzte Station vor xAFBx. Die Italiener spielen Hardcore wie aus dem Lehrbuch. Nonstop Volley auf die Gehörgänge. Wer dachte, dass Italiener nur Schmusesongs á la Eros Ramazotti können, der sollte definitiv eines Besseren belehrt werden. Awaken Demons standen den übrigen Bands im Billing in nichts nach. Über die Grenzen ihres Landes hinweg bekannt, sorgten sie für eine Menge Bewegung im Pit. Für xAFBx war es einer der letzten Auftritte in ihrer Bandgeschichte. Dementsprechend gaben sie noch einmal richtig Gas. Obwohl man das Gefühl hatte, nach Wolf City noch einmal die gleiche Band zu sehen, ging das Publikum zum Schluss noch einmal richtig mit. Die moshende Menge platzte stellenweise so rasant auseinander, dass selbst ich als Kollateralschaden mit blauen Füßen nach Hause ging. Obwohl ich mich vorsorglich an den Rand des Publikums verdrückt hatte. Hier ging es nicht ohne die ein oder andere Blessur vonstatten. Vor allem dann nicht, wenn man das Gefühl hatte, der gesamte Zuschauerraum habe sich auf der Bühne versammelt. Wenn ein Haufen wilder Jungs das Mikro belagerte und gemeinsam, übereinandergestapelt hineinbrüllte. Fliegende Hände und Beine. Ein einziger wimmelnder Haufen. Till the end. Hardcore for life. Fuck yeah!

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