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Strenge Eleganz, cleaner Sound – so schön, dass es schmerzt

Hurts (7)HURTS in Erfurt

05.10.2011 [db] Happiness hurts. Könnte man meinen. Theo Hutchcraft und Adam Anderson scheinen einer Ära entstiegen, die viele gerne vergessen möchten, andere für die Phase halten, in der Musik und Stil noch eine Verbindung hatten. Mit „Don’t let go. Never give up.“ fing es an – der Song „Wonderful Life“ schlang sich 2010 seinen Weg durch die Gehörgänge und das Duo aus Manchester ist seitdem nicht mehr aus der Musik wegzudenken. Sie setzen einen erfrischend alten Akzent und beleben den kühlen, perfekt arrangierten Pop der 1980er neu. Für die einen großartig, für die anderen maßlos überbewertet. Auf alle Fälle aber eines – gnadenlos schick. Ihr Debütalbum „Happiness“ stieg bis auf Platz 2 der Deutschen Charts. Zeit für eine Tour. Dass diese auch über Erfurt führen würde, konnte zu Beginn noch keiner ahnen. Umso schöner, dass Hutchcraft und Anderson Zusatzkonzerte aufgrund der großen Nachfrage einplanten. Eines davon in der Thüringischen Landeshauptstadt.

Mit bislang nur einem Album gehören Hurts noch nicht wirklich lange zum Musikbusiness dazu, doch sie haben bereits Fußstapfen hinterlassen. Elegante Fußstapfen wohlgemerkt. Sie wandeln auf Pfaden von Depeche Mode, Pet Shop Boys oder Tears for Fears. Klingen aber nicht wie ein Abklatsch oder ein Revival. Hurts sind eigen. Und sie liefern live eine perfekte Show ab.

Die Thüringenhalle war am Mittwochabend zwar nicht so gefüllt, wie ich es erwartet hätte, das tat der Stimmung aber keinen Abbruch. Im Publikum wandelten einige Fans im Hurts-Look –mit Anzug, Gamaschen und zurückgegeltem Haar. Klassisches Schaulaufen – immer wieder schön zu beobachten. An diesem Abend sollten insgesamt drei Bands spielen – Heartbreak, Firefox AK und Hurts. Zwei Vorbands? Verständlich, wenn man bedenkt, dass Hurts mit bislang einem Album noch nicht wirklich abendfüllende Konzerte geben können. Der Opener des Abends, die britische Indiepop-Band The Heartbreaks, dudelte sich etwas belanglos durch ihre Spielzeit. Auf Platz 172 hätten sie es mit einem Song in die Deutschen Charts geschafft – mehr Eindruck hinterließen sie leider auch nicht. Deutlich besser und einnehmender wurde es mit Firefox AK. Die schwedische Sängerin Andrea Kellermann alias Firefox AK und ihre Band schafften es, das Publikum zu erreichen. Die Songs sind warm, harmonisch, melancholisch. Die Pause danach nicht. Der Bühnenumbau für Hurts zog sich in die Länge. Gegen 21.30Uhr erst gingen die Lichter im Saal wieder aus. Aber all der Unmut über das lange Warten, der sich im Publikum angestaut hatte, war mit einem Mal weg. Als Theo Hutchcraft und Adam Anderson auf die schritten und die ersten Töne erklangen, waren sie und ihre Fans angekommen. Hurts bringen Pathos auf die Bühne. Großes Bühnenbild, große Gesten und zwei Backgroundtänzerinnen, die im Stil des Videos „Wonderful Life“ die Songs tänzerisch umrahmen. Eine Stunde lang wurde die Thüringenhalle zu einer Zeitkapsel, die sich zwanzig Jahre zurückbewegte und doch keinen Staub anzusetzen vermochte. Hurts bestechen auch live durch fein abgestimmte Gesten und Bewegungen. Seien es die hochgezogene Augenbraue oder die weißen Rosenblüten, die Sänger Theo zwischen den Songs ins Publikum warf. „Cause all my life I felt this way.

But I could never find the words to say.” – sie haben ihre Worte gefunden. Und es wird hoffentlich noch viele zu hören geben. Dann auch mehr. Mehr zum Hören, mehr zum Träumen, mehr zum Schwärmen. Denn – ja, verdammt – Hurts lassen dich schwärmen.

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