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Matthias Reim mit Band auf „Meteor“-Tour 2018

Lieben, Kämpfen, Trauern, Streiten, Schlager

09.12.2018 [dg] Ach Gott, Schlager! Um Himmels Willen! Und dann auch noch Matthias Reim! Warum gehst du da hin? – Warum nicht? Gehört hat man mindestens (!) eines seiner Lieder. Jeder. Sein größter Erfolg wird aber auch nach 28 Jahren im Musikgeschäft „Verdammt ich lieb dich“ bleiben. Mit diesem Lied hat er einen universalen Hit geschrieben, der seine Karriere bis heute begleitet. Dabei hätte eigentlich alles anders kommen können – wäre es nach seinem Vater gegangen. Dann wäre aus Matthias Reim ein ordentlicher Gymnasiallehrer geworden, einer der in die Fußstapfen des Oberstudienrates tritt. Doch zwei „wohlgeratene“ Söhne mussten dem Vater reichen. Der Dritte suchte sein Heil in der Kunst. Und das macht er bis heute. Mit vielen Höhen und Tiefen, die ihn als Künstler und Menschen geformt haben. Sie haben sich in sein Gesicht eingemeißelt, die Spuren eines intensiven Lebens, das Lieder hervorbrachte, die viele Menschen berührt haben und berühren. Das konnte man an diesem Abend eindrucksvoll erleben.

Mit seinem neuen Album „Meteor“ und Band ist Reim nun auf Tour durch Deutschland. Am 09. Dezember 2019 fanden sich rund 2.000 Fans in der Messe Erfurt ein, um mit ihrem Idol alte und neue Lieder zu feiern. Wer schon einmal auf einem Konzert von Matthias Reim war, weiß, dass seine Fans vom ersten Lied an mitmachen. Von 8 bis 80 Jahren war alles vertreten. Viele junge Leute und Paare, wo man hinsah. Kurz nach 20 Uhr fiel der Vorhang und ein erstaunlich rockiger Abend begann, umrahmt von einer ausgefeilten Lichtshow und begleitet von einer sechsköpfigen Band mit zwei Backgroundsängern. Matthias Reim singt über das, was jeden irgendwann einmal bewegt, umtreibt und verzweifeln lässt. Er bewegt sich musikalisch emotionalem Boden, besingt Beziehungen und ihre Krisen, die Stürme, die lauten und leisen Momente. Schlager oder Deutschpop, man mag es nennen, wie man möchte, hat seine Daseinsberechtigung wie jede andere Musikrichtung auch. Und die Lieder sprechen so vielen aus der Seele, dass man sie nicht immer als stumpf abtun kann, wenn man dem Schlager an sich nichts abgewinnen mag. Der Song „Ich geb uns nicht auf“ beispielsweise stammt unter anderem aus der Feder von Rupert Keplinger, der sich eher in der Schwarzen Szene herumtreibt als auf Schlagerfestivals. Das Lied entfaltet live eine ungeheure Kraft und so konnte ich beobachten, wie sich das Paar auf den Plätzen vor mir fest an den Händen hält und mit tiefem Verständnis in die Augen blickt, als Matthias Reim auf der Bühne gerade mit rauchiger Stimme die Liedzeilen „So was Großes wie wir hört nicht einfach auf“ singt. Wenn Musik das schaffen kann, berührt sie und bleibt. Unabhängig vom Genre.

Überhaupt war die Stimmung an diesem Abend in der Messehalle greifbar wunderbar. Es flirrten Lebenslust und Lebensfrust kokettierend durch die Setlist und das Publikum stand und tanzte, sang und klatschte. Ich habe 2.000 Menschen erlebt, die ein Konzert genossen, weil sie die Musik lieben. Weil sie ihnen etwas bedeutet. Weil sie sie zum lachen und kreischen bringt. Zum summen, singen, schreien. Und ja: Am Ende wippten meine Füße im Takt mit. Einfach so.

Das nächste Konzert von Matthias Reim auf seiner aktuellen Tour findet in der Stadthalle Zwickau statt. Tickets gibt es über eventim.de

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