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Party.San Open Air 2009 – Part II

UnleashedAre you burning?!

07.08.2009 [db] Himmlisches Wetter in der Hölle. Das Party.San Open Air brutzelte in diesem Jahr. Wo man hinsah: Sonnenbrand. Wer konnte, trug nur das Nötigste. Wer konnte, legte sich in den Schatten. Wer konnte, stieg von Stiefeln auf Flip Flops um oder ging gleich nackten Fußes. Ab und an sah man ein paar Gäste, die tatsächlich mit Regen gerechnet und sich mit Gummistiefeln gewappnet hatten. Doch das Einzige, das hier vom Himmel regnete ist Metal, from Dusk till Dawn. Den Beginn machten die Weimarer von Summers Dying mit melodischem Death Metal. Trotz sengender Hitze sah man ab 13.00 Uhr schon die ersten Headbanger. Kleinere technische Pannen inklusive machten Summers Dying Appetit auf mehr – mehr Metal! Und das sollte es geben, zwölf Stunden lang. Glorior Belli fielen leider aus. Sie wären die erste Band aus Frankreich im Billing des Party.San gewesen. Laut den Veranstaltern lag wahrscheinlich ein Frosch auf der Straße quer. Als Ersatz sprangen Graback aus Leipzig ein. Sie machten nicht minder Dampf, als es die Franzosen auch getan hätten. Time for some Black blasting Metal. Danach war es an der Zeit für Inhume und die Freunde des schlechten Geschmacks. Die Death/ Grindmetaler aus Holland lieferten Wummerbässe und gleich zwei Sänger, die sich im Grunzen und Kreischen nichts schenkten. Sie knüppelten sich die Seele aus dem Leib, aber sie seien normalerweise schneller. Der Schlagzeuger war müde, also nur Balladen. Das störte das zappelnde Publikum wenig. Glücklicherweise schoben sich zu der Zeit auch gerade ein paar Wolken vor die erbarmungslose Sonne und kühlender Wind kam auf.

Das internationale Line Up sponn sich mit Solstafir weiter. Die Black Metaler, die mittlerweile Psychodelic Rock spielen, preschten sich mit Sonnenbrille und Cowboyhut durch den Nachmittag. Allein optisch waren sie definitiv die Rocker des Events. Sehr laid back, sehr melodisch, basslastig. Perfekt als Entspannungsmoment zwischen all den wummernden und aggressiven Black- und Death Metalcombos. Ihr Metalwurzeln können sie dennoch nicht verleugnen. Danach ging es wieder härter zur Sache mit Den Saakaldte aus Norwegen. Paranoidier, suizidaler Black Metal wurde versprochen. Und das Versprechen wurde gehalten.

Es gab dann eine Änderung im Spielpan, denn statt der erwarteten Evocation standen Swallow the Sun auf der Bühne. Im hohen Norden lassen sich eine Menge lautstarker Bands auftreiben. Da wo es kalt und finster scheint, herrschen die besten Voraussetzungen für traurige und melancholische Songs. Swallow the Sun aus Finnland machen da keinen Unterschied. Sie breiteten einen düsteren und gewaltigen Klangteppich auf dem Festivalgelände aus. Die Bühne blieb mit den später spielenden Evocation in nordeuropäischer Hand. Die Schweden boten fetten 1990er Jahre Death Metal. Die Band wurde zur Blütezeit des Death Metal in Schweden gegründet und sie sind ihren brutalen Wurzeln treu geblieben. Let’s go fucking old school, bitches! Hell yeah!

Mit Hate Eternal ging es über den großen Teich. Sie spielen Florida Death Metal. In der untergehenden Sonne verbreiteten sie den eisigen Hauch ihres “Ewigen Hasses”. Über die Bühnenshow der Amerikaner wird mitunter gesagt, sie sei langweilig. Statisch vielleicht, aber der Sound, der beim Publikum ankommt ist deshalb nicht minder rau, rasend und hart.

Graback (4)Seit 13.00 Uhr hielten die Besucher durch und ein Ende war nicht abzusehen. Bis nach Mitternacht sollte es keine Erholung für Ohren und Hälse geben. Einem Kracher folgte der nächste. Jene, die schlapp machten, lagen auf der Wiese und schliefen, die anderen flanierten an den Ständen vorbei oder suchten sich durch deren CD-Sortiment. Imbissstände gab es auch genügend, über mangelnde Auswahl konnte man sich wirklich nicht beklagen. Da reihten sich Hamburger-, Bratwurst- und Dönerstände neben Pizza- und Crepesstände, einen Thailänder und einen Softeisverkäufer.

Gegen 21.00 Uhr reihte sich die nächste Band in den Metalreigen ein: Thyrfing. Mit ihnen führte die Reise zurück nach Schweden. Hin zu den Wikingern. Rund um das verfluchte Schwert Thyrfing nahmen die Vikingmetaler das Publikum lautstark mit in die nordische Mythologie.

Mit Misery Index ging erneut eine Core-Band an den Start. Die Death Grinder aus Amerika sind live eine Bank, wie die Veranstalter so schön ankündigten. Sie rüttelten ihr Publikum durch. “Die sind ein Brett, das nenn ich ordentlich, wie aus dem Lehrbuch”, rief ein begeisterter Besucher schon nach dem ersten Song. Die Jungs aus Baltimore dreschen auch vom ersten Takt an richtig los. Wer so lange durchgehalten hatte, wurde mit den Headlinern des zweiten Party.San-Tages belohnt. Unleased – Join the svedish rebellion. Die Mannen sorgten mit ihrem Death Metal für reichlich Bewegung im Publikum. Die Botschaft des “never ending hate” kam an. Sprechchöre bevor das Licht auf der Bühne aufflammte und die Pyrotechniker ihren Spaß hatten. Tausende emporgestreckte Hände als der Orkan Unleashed über das Party.San hinwegfegte. Der gewaltige Metalsound im Wikingergewand kam an. Definitiv. Die Veranstalter hatten in diesem Jahr mit dem Line Up voll ins Schwarze getroffen. “I don’t want to get fucking home tonight”, so Frontmann Johnny. Das wollte wirklich keiner. Die 20 Jahre Bandgeschichte merkt man ihnen an, sie hatten ihr Puiblikum von Anfang an im Griff. Bis es sie nicht mehr gehen lassen wollte. Doch sie mussten den Platz räumen für Satyricon.

Frost und Satyr – die beiden Köpfe hinter Satyricon mischen Black Metal mit Flöten, Akustikgitarren und Keyboard. Mit ihrem aktuellen Album “The Age of Nero” im Gepäck hatten sie ordentlich Stoff, um den Massen einzuheizen. Sie entschieden sich ein langes Set zu spielen. Wenn man es einmal zum Party.San schafft, dann muss das drin sein. Die Urgesteine der norwegischen Black Metal-Szene stechen heraus aus der Masse. Melodisch. Beinahe massenkompatibel, mit einem Frontmann, der auch gut als Posterboy herhalten könnte. Der Platz war den ganzen Tag über sehr gut besucht, doch zum Auftritt dieser Band schien er aus allen Nähten zu platzen. Genau an dieser Stelle muss man einsehen, dass das Party.San den Underground-Kinderschuhen entwachsen ist. Nach großen Bands wie Satyricon, Marduk, Deströyer 666 und Unleashed bleibt abzuwarten, ob der dritte Tag diesen höllischen Spektakels mithalten kann. Dann warten Eluveitie, Six Feet Under, Brujiera und Dark Funeral auf ausgehungerte Metaler.


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