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The West Pole European Tour – 20 Jahre The Gathering

The Gathering liveTrip Rock und Symphonic Metal im ehemaligen Gewerkschaftshaus

23.01.2010 [db] Die Eiseskälte ist nach wenigen Tagen Milde wieder zurück und lädt förmlich ein, im Warmen zusammen zu kommen, zu einem Konzert im HsD beispielsweise. Dort traten am Samstagabend The Gathering auf. Die Band feiert Jubiläum: seit 20 Jahren mischen sie mit. Musikalisch waren die Niederländer mal im Death Metal angesiedelt, damals schon mit Keyboard. The Gathering sind nie einer musikalischen Stilrichtung verhaftet geblieben, haben immer experimentiert, gespielt, sich entwickelt. Im Verlauf ihrer Bandgeschichte erlebten die Musiker zahlreiche Stilwechsel von Death Metal über Doom, Elemente des Trance bis hin zum Progressive Rock. The Gathering nennen ihren Stil „Trip Rock“, in Anlehnung an das Musikgenre Trip Hop. Ihre Fans “mussten” sich im Laufe der Jahre immer wieder an Neues gewöhnen. Vor drei Jahren kehrte die langjährige Sängerin Anneke der Band den Rücken, um eigene Projekte zu verfolgen. Die Band machte weiter und fand zwei Jahre später mit Silje Wergeland – ehemals Sängerin der norwegischen Band Octivia Sperati – eine neue Frontfrau. Mit ihr wurde auch das neue Studioalbum „The West Pole“ aufgenommen. Mit ihr sind sie jetzt auf Tour, wieder gitarrenlastiger.

Autumn, ebenfalls aus den Niederlanden, fingen sehr melodisch und getragen an. Die zweite Nummer startete mit Tempo, um dann wieder n ruhigere Gefilde abzutauchen und dann umso schneller zu werden. Von diesem Wechsel sollte das gesamte Set leben. Und dem Publikum gefiel es. Autumn sind eine Band, die für die Bühne leben. Live sind die Symphonic Metaler in ihrem Element. Time to rock. Laut, begeisternd und gut. Wirklich gut. Die Grenzen zwischen Rock und Metal verschwimmen. Wenn Sängerin Marjan Welman nicht ab und an hätte ihren Kopf kreisen und die Haare fliegen lassen, hätte man meinen können, es sei purer Rock. Oder Metal. Oder Rock. Egal. Angeheizt haben sie in jedem Fall. Das ehemalige Gewerkschaftshaus war zwar nicht ausverkauft, aber das Publikum rockte kräftig mit.

Es gibt einen Nord- und einen Südpol. Wo ist der Westpol, so der Titel des aktuellen Albums und der Tour von The Gathering? An diesem Abend war er für ihre Fans in Erfurt. West Pole ist ein passender Titel, denn so richtig einordnen kann man die musikalische Richtung tatsächlich nicht. The Gathering nähern sich keinem Pol an, sie schaffen sich stattdessen ihren eigenen. Ein bisschen psychedelisch, ein bisschen rockig, ein bisschen Metal, sphärisch ab und an. Dabei aber immer mit Power in den Saiten. The Gathering haben einen satten Sound. Ueber 20 Jahre gereift. Die Band bot mit ihrem Support Autumn gemeinsam zweimal melodielastige Klangwelten. Immer wenn man am abgleiten war, wenn man sich auf die ruhigen Sequenzen einliess, dann kam ein Schnitt, sei es durch Uptempo oder eine eingespielte Sprachsequenz. Sie liessen es aber zu keinem Moment zu, dass man gänzlich still stand. Ein Fuss wippte immer mit. Mir persönlich war es an diesem Abend ein bisschen zu viel des Guten. Beide Bands klangen ähnlich, wobei Autumn die bessere Show ablieferten. The Gathering spielten nach dem ersten Drittel ihres Konzertes nur noch mit abgespeckter Besetzung, da Bassist Hugo seit einigen Tagen krank ist und die Bühne geschwächt verlassen musste. Man muss wahrscheinlich einen Faible für gezogene Töne und dramatische Länge im Gesang haben, sonst hört sich nach einer Weile jeder Song gleich an. Für Fans von Bands wie Nightwish war es aber mit Sicherheit ein Fest.

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